Bericht zur Lesung „Verborgen vor den Augen des Feindes“ von Jan Kamienski am 11.02.26 in der Zentralbibliothek Dresden

Zur Vorstellung der deutschen Ausgabe der Erinnerungen von Jan Kamienski „Verborgen vor den Augen des Feindes – Widerstand aus dem Inneren des Dritten Reiches“ am 11.02.26 in der Zentralbibliothek im Dresdner Kulturpalast blieb bei ca. 50 Besuchern fast kein Platz mehr frei.

In einer Kooperationsveranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Sachsen e. V. und des Münchner-Platz-Komitees, mit deren Hilfe das Buch zustande kam, sowie der Stadtbibliotheken Dresden lasen nach einer Einführung durch Wolfgang Howald, Andreas Hänel, der Sohn der weiblichen Protagonistin des Buches Franziska Ulich, und seine Frau Roswitha einige prägnante Passagen aus dem Buch, so über den Beginn und den Fortgang des brutalen Überfalls der Wehrmacht auf Polen und seine Auswirkungen auf die polnische Bevölkerung, über einige gefährliche Situationen, in die Kamienski in Dresden geriet und über seine Kontakte zu Regimegegnern in Hellerau.

Die Veranstaltung war bewusst in den zeitlichen Zusammenhang mit dem Gedenken an die Bombardierung am 13./14.2.45 gelegt. Über die hautnahen und erschreckenden Erlebnisse des Autors in jener Nacht wurden Auszüge verlesen. Kamienski berichtet auch, wie der Vater von Franziska, der 1933 von den Nazis aus dem Amt gejagte Dr. Ulich, die Erkenntnis, die viele, auch heute, nicht wahrhaben wollen, aussprach: „Wir bezahlen für das, was wir anderen angetan haben“.

Der Lesung schloss sich ein von Wolfgang Howald moderiertes reges Gespräch mit Roswitha und Andreas Hänel, auch unter Einbezug des Publikums, an.

Wolfgang Howald